Da ich im moment mit zwei längeren Blogtexten, die ich eigentlich mal bringen wollte, feststecke, dokumentiere ich hier drei Kommentare, die ich unter dem sehr guten Text Sprache und Geschlecht von Adrian Lang gemacht habe.

1.

ich finde texte, in denen kein _innen vorkommt sehr schwer und unangenehm zu lesen, weil ich es mir dann immer dazudenken muss. Das fehlende _innen unterbricht so massiv den Lesefluß.

2.

zum thema lesefluß/Ästhetik

Ist schon mal jemand in den Sinn gekommen, dass das unterbrechen des Leseflußes genau der sinn der Sache sin könnte?

Gerade weil die eingeschliffenen Foramlia texte so konsumierbar machen, und damit die normierung die darin stattfindet dadurch sichtbar gemacht werden sollen, ist es zweckmäßg, die formalästhetischen Konventionen zu verletzen.

Wie bei einem Film von Michael Haneke, in dem die gewohnten konventionen über Einstellungslängen und Kamerabewegungen, die wir hauptsächlich aus hollywood kennen, verletzt werden. damit macht er sichtbar, wie gewalt konsumierbar wird (hanekes filme beinhalten nicht mehr gewalt als ein beliebiger actionfilm, wenn überhaupt so viel).

Ich würde sagen genau das was ästheten an _innen kritisieren. Das „_innen“ ist die Haneke der Sprache!

Was @mspro meint ist in seiner formalen feststellung richtig: ist halt unpopulistisch. Aber daraus ein Sollen ableiten ist schwierig. umso weniger versteh ich warum er auf twitter schreibt, dass die Feministinnen (ausgerechnet!) damit irgendwem was vorschreiben wollen. Es sind ja die gängigen Sprachnormen die – wie der Name schon sagt – normieren.

3.

kleine Ergänzung:

Ästhetische Formen sind bekanntlich konventionell. man muss sie kennen um sie zu verstehen. wenn man zu stark von ihnen abweicht, wird man gar nicht mehr verstanden.

Fiske und Hartley stellen in “Reading television” eine recht simple Regel auf (auswendig zitiert – nicht wörtl.): The more conventionalised a programme the more popular it is.” [trifft auf geschriebene texte genauso zu wie fernsehen.]

Das mag trivial klingen, aber wenn man es auf die feministische sprache und sprachkritik anwendet, sieht man, dass eine populistische kritik konventionalisierter Formen nicht geht. da müßte man(mensch) auf genau diese formen zurückgreifen, die kritisiert werden sollen. das haut nicht hin…

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