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Privileg der Kritik – Der große Gatsby

„Jedes Mal, wenn Du glaubst, jemanden kritisieren zu müssen“, sagte er, „dann erinnere dich daran, dass nicht alle Menschen auf der Welt solche Privilegien wie du gehabt haben.“

F. Scott Fitgerald: Der große Gatsby, gleich auf der ersten Seite.

Ich sag ja: Bei den Amis wird man immer schnell fündig.

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Dank Logik hab ich nicht mal mehr beim Rechthaben Recht

Es ist vielleicht untwitteresk, weil Selbstmitleid auf Twitter eine harte Währung ist, aber wenn du denkst: bisher war alles scheiße, dann wird es künftig auch so sein, beziehungsweiße noch scheisser als bisher – das nennt man „Induktionsfehler“. „Fehler“ deshalb, weil es nicht stimmt. Also die Schlussfolgerung. Etwa so: bisher hat sich njoch niemand in mich verliebt, dann wird sich auch künftig niemand in mich verlieben. Buhuhu. Oder positiv: Du wirst aus einem Flugzeug geschmissen aus 1000m Höhe und nach 999m denkst Du: Jetzt ist 999x mal nichts passiert, da wird schon kein Problem mehr auftauchen. Das ist Logik. Ganz einfache Grundlagen.

Jetzt muss natürlich, um der Logik Genüge zu tun, gesagt werden, dass man daraus, dass bisher alles Scheiße war, nicht ableiten kann, dass alles besser wird. Also es kann auch einfach so Scheiße bleiben. Oder noch scheisser werden – denn dass eine Sache nach Maßgabe der Logik nicht sicher vorhersagbar ist heißt ja nicht, dass sie nicht trotzdem einfach so eintreten kann. Ich würde sagen: Der Scheissgkeit des Lebens ist die Logik egal. Und das ist das Problem mit der Logik.

Denn das lässt eigentlich nur einen Schluss zu: Wenn dann alles Scheiße wird, darfst Du hinterher nicht sagen: Ich hab‘s ja gewusst! Denn das stimmt einfach nicht (s.o.), das kannst Du gar nicht wissen vorher! Das heißt aber andererseits, dass einem auch noch die einzige Befriedigung im alles-scheiße-sein genommen wird. FUCK!

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