Die Geschichte beginnt relativ harmlos damit, dass ich mir ein neues T-Shirt und Schuhe im Einkaufszentrum am Stadtrand besorgen wollte und letztendlich eine Waschmaschine und noch eine Menge anderen Kram gekauft habe. Es ist noch nicht so lange her, das galt Einkaufen als Arbeit. Zu Recht, denn gegen Mittag wollte ich mich irgendwo gemütlich hinsetzen und was „Richtiges“ essen um anschließend doch noch ein schönes Paar Schuhe zu finden. Da beginnt das Problem: Es gibt im EKZ hauptsächlich Kaffeebars, Kaffeebars, Kaffeebars. Dann noch eine McDonald’s-Filiale und ein paar andere fastfood-Schuppen. Für Vegetarier ist fastfood eher unbefriedigend und Süßkram + Kaffee wollte ich nicht, ich wollte ja rasten, nicht hetzen. Nun ja setz ich mich halt bei so einem komischen lifestyle-fastfood-dings hin, da gibt’s wenigstens Gemüsenudeln.
Die Kennerin sagt natürlich: Zum Essen gehst du doch auch nicht ins Einkaufszentrum. Da gibt’s nix gscheit’s. Ja, aber warum eigentlich? Und da fiel mir was auf. Das ist ja eigentlich konsequent. Alles, was es im EKZ an Kulinarik gibt, weißt irgendwie auf weitergehen und mitnehmen hin. Auf kurze verweildauer. Dazu der ganze Kaffee- und Zuckerkram und das Fastfood: Energielieferanten. Dazu die unbequemen Stühle, die Selbstbedienungs-logik, bei der man noch vor dem Verspeisen der Speisen bezahlt. Natürlich folgt das alles einer bestimmten Konsumlogik. Rumsitzen macht keinen Umsatz. „Richtiges“ Essen muss zubereitet, serviert, verspeist, verdaut werden. Nicht nur dauert das lange, es macht auch den Körper der Konsumentin müde. Die soll aber kaufen, nicht verdauen, nicht rumsitzen. Da ist es doch zweckmäßiger, den Körper mit Koffein und Zucker zu versorgen. Das heißt, die Logik des Konsums im Kapitalismus greift schon bei der Vorauswahl an Speisemöglichkeiten in den Körper der Konsumentin ein, richtet ihn nach ihren (also der Logik des Kapitalismus) Bedürfnissen zu. Trotz Abschaffung der Sklaverei und formaler Freiheit: Unsere Körper gehören uns gar nicht wirklich allein. Sie werden ohne dass wir das bewusst wahrnehmen von der Logik des Konsums bearbeitet, geleitet, geformt. Ich spinne den Gedanken gleich weiter. Und zwar im bezug auf das Bewegen des Körpers durch den Raum und in Bezug auf das Sehen – das gehört uns nämlich auch nicht alleine. Jedenfalls nicht im Einkaufszentrum
Blickführung – Dein Blick gehört uns
Als ich da so sitze am ovalen Tisch am unbequemen Barhocker mit meinen faden überteuerten Nudeln fährt mein unruhiger Blick die kurvigen Linien ab, die die Ladenfronten, die Tischanordnung und die Tischformen selbst, die Wandverkleidungen und die architektonische Gesamtanlage, sogar das Geschirr auf dem meine Nudeln sich winden konstituieren. Von jedem erdenklichen Standpunkt im offenen Bereich des EKZ kann man auf irgendein Mobile blicken: es gibt Rolltreppen und wuselige Wasserfontänen. Dazwischen: Schmale, runde Säulen, deren uninteressante, glatt polierte Oberflächen die Blicke abweisen. Überhaupt: Nirgendwo kann der Blick haften bleiben außer an den Schaufenstern der Geschäfte.
Schon Georg Simmel hat um 1900 formuliert, dass das Sehen ein kultureller Akt ist. Einerseits, weil es von vorgeprägten Schemen angeleitet ist. Andererseits aber – und darauf kommt es hier an – weil die materiale Anordnung etwa der Architektur den Blick lenkt1 und damit die Aufmerksamkeit bündelt. Die kurvigen Linien im EKZ suggerieren eine permanente Bewegung. Man fühlt sich schon beim sitzen „abgestoßen“ zumal die Tische meines Fastfoodladens entlang einer kurvigen Bodenmarkierung angeordnet sind, die den Übergang zwischen „Speisezone“ und „Flanierzone“ suggerieren; bin ich drinnen oder draußen? Der Barhocker: sitze oder stehe ich?
Die Kundinnen müssen zirkulieren, ihre Blicke können sich nur die Warenauslagen und Schaufenster heften. Die Schaufenster sind halbverspiegelt, d.h. man sieht, wenn man durch sie durchblickt sowohl die Waren – ausgelegt oder an Schaufensterpuppen – und gleichzeitig sich selbst. Man steht quasi schon halb in der Umkleidekabine, da man sich selbst sozusagen schon in den Kleidern betrachtet. Denn: Während Buchhandlungen, Kaffeebars, Spielwarenläden und Supermärkte und andere auf breiter Front geöffnet sind gibt es bei Kleidungsageschäften ein fokussiertes Eingangsportal und drumrum sind die eben beschriebenen Scheiben.
Körperlenkung – menschliche Flipperkugeln
Teilweise analog wird mit dem Körper in seiner Bewegung selbst verfahren. Der unbequeme, barhockerähnliche Sessel lädt nicht zum Verweilen ein, wozu auch, man bezahlt ja schon vor dem essen. Das Gefühl ist: das Sitzen hier ist rein funktional fürs essen gedacht, nicht zum Ausruhen, lesen, verweilen. Ein Kaffeekränzchen oder eine Familienfeier hier wäre eine absurde Vorstellung. Die Tische und die Sessel dazu sind regulär auf maximal 3 Personen angelegt, eine ausgedehnte Gesprächsdynamik würde also durch die materielle Anordnung verhindert werden. Das Schema Bewegung-machen geht weiter: Die schon erwähnte kurvige architektonische Anlage und die spärlichen Sitzgelegenheiten im offenen Bereich forcieren den Gang durchs EKZ. Viele Konsumentinnen bewegen sich zwischen den Außenseiten (da wo die Geschäfte an den offenen Bereich anschließen) hin und her. Mit entschlossenem Schritt gerade durch geht kaum jemand. Eher bewegen sich die Leute wie Flipperkugeln zwischen den Ladenfronten hin und her, bis sie einen betreten.
Die innere Ordnung der Läden steht in krassem Kontrast zur geschwungenen Linienführung des äußeren Bereichs, hier herrschen Quadrat- und Rechteckformen vor, in denen Verkaufstische, Kleiderständer, Regale und alles andere angeordnet sind. Dadurch wird eine Ordnung suggeriert, die wiederum die Möglichkeit zum systematisches durchforsten suggeriert (trotzdem findet man: irgendwas, aber erst mal nicht das was man eigentlich wollte).
Schluss
Die Sklaverei und Leibeigenenschaft sind abgeschafft, körperlicher Zwang ist – abgesehen von staatlicher Repression – delegitimiert. Im individualistischen Kapitalismus, so sagt man, sind wir wenigstens Herrinnen und Herren (Daminnen und Damen?) über den eigenen Körper und unsere Sinne. Ich hoffe ich habe diesen weit verbreiteten Irrtum durch ein sehr einfaches Beispiel aus dem Alltag ein wenig angekratzt. Wenn wir „Konsumentin“ sind, sind wir nicht mehr so autonom, wir werden unwillkürlich sinnlich und somatisch typisiert, ohne dass irgendjemand einen direkten Zwang dazu anwenden müsste. Wir werden nicht als Flipperkugeln geboren, wir werden dazu gemacht!
- Anderes Beispiel sind die Schnittmuster geschlechtsspezifischer Kleidung, die Personen in unterschiedlicher Reihenfolge wahrnehmen lässt und den Blick auf unterschiedlichen Körperstellen zur Ruhe kommen lässt. Umgekehrt disponiert die Kleidung auch geschlechtsspezifische Körperhaltungen und Bewegungen, aber das ist ein anderes Thema. [↩]




#1 by Kristof on 30. April 2011 - 15:24
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Das nächte Mal schmierst du dir paar Brote für Unterwegs und die Sache ist geregelt. Die Leute im EKZ sind nicht dazu da deine(!) Wünsche zu befriedigen, sondern die Wünsche der Mehrheit. Das ist Demokratie – nicht Kapitalismus. Würden die Leute tatsächlich den Kapitalismus haben wollen, hätte sie nicht gemeckert, dass die Erfüllung individueller Wünsche auch seinen Preis hat, der meist über dem der Massenfertigung liegt.
#2 by TheGurkenkaiser on 30. April 2011 - 15:35
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Was bist du denn so aggressiv? Ich hab doch eine Waschmaschine gekauft!
#3 by Taxamendosa on 30. April 2011 - 16:21
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Dass Du es überhaupt geschafft hast, diese Eindrücke zu verarbeiten, finde ich bereits bemerkenswert. Ich kann mich in Einkaufspalästen nur Notgedrungen bewegen. Mit Schweiß auf der Stirn und unterm Pullover, mit nervösem Zucken und Schreckhaftigkeit, vermutlich von dem ganzen Gewusel, den Stimmen, den viel zu aufdringlichen Endrücken. Selbst wenn ich genau weiß, was ich kaufen wollte, verliere ich mich in Selbstkontrolle und bin sehr schnell wieder mit leeren Händen vor der Tür. Nichts lädt dort zum verweilen ein, außer mein Bett, dass ich nach einem Einkaufstag aufsuche, um mich zu erholen. Diese Einrichtungen erinnern mich immer an Zoos, nur das die Leute die Attraktion sind und die Waren die Zuschauer. Würden sie nicht gehen, wäre das zu konsumierende aktiver. Nicht zu vergessen die schlechte Luft. Ich bin viel mehr noch darüber verwundert das immer wieder neue Konsumtempel eröffnet werden, ich finde dafür keine Legitimation. Ich kaufe mittlerweile alles übers Netz, außer Lebensmittel und (Tiernahrung
, zumal ich nicht die Muse habe, rum zu rennen und nicht ganz genau das zu bekommen, was ich will. Ich glaube flanieren, liegt mir nicht.
#4 by TheGurkenkaiser on 30. April 2011 - 16:24
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bei mir ganz anders. ich bin da total hineingesogen. ich bin flipperkugel. ich glaube nur die unzufriedenheit mit der nahrung hat mir sozusagen eine kurze selbst-distanzierung ermöglicht, auf der der text beruht.
#5 by Taxamendosa on 30. April 2011 - 16:55
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Mir gefällt deine Metapher. Der moderne Mensch als Flipperkugel, die ja meist eine reflektierende Oberfläche besitzt, eine harte, feste Masse mit undefinierbaren Kern und in Grunde nur dem Zweck dient, nicht zu verschwinden, aber auch nicht wirklich da zu sein, stets in Bewegung, dass Spiel augenscheinlich bestimmend, aber doch nur Art erhaltend bzw. legitimierend zu sein. Noch Diffuser ist allerdings die Person, oder die Idee, welche die Knöpfchen drückt und das Spiel gewinnt, noch eher die Frage was bestimmt, was als Sieg und was als Niederlage zu verstehen ist, da die Regeln ja vorgegeben sind. Kann man Feststellen, dass beide Seiten etwas von dem Spiel haben, oder ist der Ausgangspunkt per se ein Irrgarten? Die Statik der Rollen lässt zumindest Stillstand vermuten, da ein umkehren von Spieler und der Kugel im Spiel nichtmöglich scheint. Die Flipperkugel außerhalb des Gerätes, welche Rolle soll sie übernehmen? Welche der Spieler der auf sie Angewiesen ist und zu was ist das Gerät verdonnert, wenn die Pedalen in der Luft rumstochern?
#6 by tee on 30. April 2011 - 19:00
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das ist doch blödsinn. der kapitalismus ist kein subjekt mit bedürfnissen und folgt den gesetzmäßigkeiten des marktes. und da die meisten menschen nicht verweilen wollen, sondern einkaufen, hat sich die auswahl an kaffeebars eben DARAUF eingerichtet. würden leute dort zum gemütlichen essen hingehen, gäbe es irgendwann auch ein vegetarisches restaurant.
die unbequemen sitzmöglichkeiten sind ja auch nicht dazu da, um die leute schnell zum nächsten schuhkauf weiterzuleiten, sondern um möglichst grossen durchfluss an kundschaft zu gewährleisten. machst du’s zu bequem, fangen die leute an dort zu chillen und ratzfatz hast du keine konsumenten, sondern nur noch rumlungerer am hals. die mieten in solch einem ekz sind aber hoch genug, dass eine kaffeebar sich sowas nicht leisten kann.
#7 by TheGurkenkaiser on 30. April 2011 - 19:05
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@tee
seh da jetzt den widerspruch nicht so ganz.
#8 by tee on 30. April 2011 - 19:07
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bist du so geboren oder so gemacht? weiß nicht woran’s liegt, aber ich scheine nicht so gemacht. in einem einkaufszentrum verspüre ich weder das bedürfnis etwas zu kaufen noch etwas kulinarisches zu konsumieren. zum sachen und menschen angucken ist’s aber ziemlich gut!
#9 by tee on 30. April 2011 - 19:09
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sieh dir doch nochmal dein zitat an. eine “Vorauswahl an Speisemöglichkeiten” suggeriert die linearität und kausalität eines verwertungsstranges. die kaffeebar verleitet mich aber nicht zum schuhekaufen und richtet mich derart zu.
#10 by TheGurkenkaiser on 30. April 2011 - 19:13
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ach so ja., ich glaub das missverständnis ist: es geht hier wirklich nur um die praxis, die mikrologik sozusagen- gäbe es eine nachfrage nach restaurant, dann würden sie eins hinmachen. ja. das interessiert mich hier nicht. mich interessiert hier nur, was das materielle arrangement für subjekte erzeugt. flipperkugeln.
#11 by tee on 30. April 2011 - 19:14
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was ich sagen will – der mensch richtet sich die einkaufszentren, den kapitalismus zu. nicht andersrum.
#12 by tee on 30. April 2011 - 19:16
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es erzeugt die subjekte aber nicht, die kommen mit ihren interessen schon dahin. das “materielle arrangement” ist nur gut auf die bedürfnisse zugeschnitten und erfüllt sie. mitunter reproduziert es sie sogar, aber es produziert sie nicht.
#13 by TheGurkenkaiser on 30. April 2011 - 19:20
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@tee
das seh ich tatsächlich völlig anders. wobei ich mich hier nicht am begriff “Bedürfnisse” aufhängen würde. darum gehts mir nicht. das ist überhaupt nicht makroökonomisch gedacht.
ich denke tatsächlich, dass sich einkaufszentren auch ihre menschen “einrichten”. (zumal ja die konsumentinnen die einkaufszentren nicht gebaut haben)
#14 by tee on 30. April 2011 - 19:22
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wie gesagt, dann scheine ich immun gegen die “einrichtung” zu sein. warum auch immer …
#15 by TheGurkenkaiser on 30. April 2011 - 19:24
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deterministisch ist es sicher nicht.
#16 by tee on 30. April 2011 - 19:24
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dafür gibt’s marktforschung, konsumpsychologie, solche für architektur und vieles anderes. kenn mich da nicht so aus. aber die erbauer richten sich schon ziemlich genau nach ihrer zukünftigen kundschaft.
#17 by tee on 30. April 2011 - 19:26
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oder anders – dass sich konsumenten dann so verhalten, wie es dem gewünschten konsumverhalten entspricht, dazu müssen sie schon vorher flipperkugeln sein. das beschaffen andere.
#18 by Momo Rulez on 1. Mai 2011 - 08:54
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Das “Passagenwerk”, Walter Benjamin …
#19 by TheGurkenkaiser on 1. Mai 2011 - 09:23
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glückwunsch, du landest nicht mehr im spamfilter!
#20 by TheGurkenkaiser on 2. Mai 2011 - 16:30
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diese 4 worte von dir haben heute eine wochenlange denkblockade bei mir zumindest teilweise eingerissen. danke.
#21 by kleinertod on 1. Mai 2011 - 09:30
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Die Abartigkeit der modernen Konsumpsychologie bei der Anwendung auf die Errichtung eines Einkaufszentrums sehr schön und lesenswert eingefangen. An solchen Orten überfällt mich der Drang, mich in mich einzukapseln, schnellsmöglich herauszueilen, ohne etwas zu kaufen – oder aber schnurrstracks dorthin zu gehen, weswegen ich gekommen bin – und dann zumeist aufgrund entschwundener Kauflust den Ort ohne das Kaufobjekt wieder zu verlassen. Bin wohl einfach nicht die Zielgruppe für solche Orte…
[WORDPRESS HASHCASH] The poster sent us ’0 which is not a hashcash value.
#22 by Manuel on 1. Mai 2011 - 18:54
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Oh, cool, ein bebilderter Bolggpost!
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#23 by Lucie on 16. Mai 2011 - 21:46
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Bin leider erst jetzt – etwas verspätet – dazu gekommen, diesen Post zu lesen, und muss sagen: bin sehr begeistert von deinen Beobachtungen. Sehr anschaulich beschrieben und gleichzeitig auf den Punkt gebracht. Ich musste spontan an Kracauer denken – der mir, warum auch immer, dieser Tage eh mal wieder im Kopf rumgeht. Der sagte es ja bereits: Dass eine Epoche aus der Analyse der “unscheinbaren Oberflächenäußerungen” am treffendsten zu bestimmen sei (vereinfacht ausgedrückt). Und genau jene Oberflächenäußerungen findest du im Einkaufszentrum. Die erinnern mich in deinem Text an K.s Beschreibung der Lichtspielhäuser (aus “Kult der Zerstreuung”): “Die Erregung der Sinne folgt sich in ihnen so dicht, daß nicht das schmalste Nachdenken sich zwischen sie einzwängen kann.” – Und Nachdenken ist auch dem Konsum eher abträglich…
#24 by TheGurkenkaiser on 17. Mai 2011 - 08:57
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endlich jemand, der mich versteht.
ja, also siegfried kracauer hab ich erst kürzlich ein wenig angelesen. aber die größeren inspirationen sind gerade bei dem Text Georg Simmel, Walter Benjamin und ein famoser Text von Stefan Hirschauer mit dem Titel “Die Praxis der Fremdheit und die Minimierung von Anwesenheit. Eine Fahrstuhlfahrt. ”
und natürlich Goffman. Darin steckt eine gewisse unzufriedenheit mit manchen poststrukturalistinnen die nur noch “Diskrus” im Kopf haben und damit die frage nach der Konstitution des Subjekts in der Praxis isrgendwie immer weiter “verschieben” bis es dann endgültig mystifiziert wird. So wie im kommentar von tee. Das subjekt ist irgendwie immer schon da. nein! Das wird in konkreten praktiken permanent hergestellt. und es scheitert auch ständig. das ist ja das faszinierende.
#25 by tee on 17. Mai 2011 - 19:33
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hab’ ich doch nie behauptet.
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