Archiv für Februar 2011

Über lausige Plagiate und ein paar Anmerkungen zum aktuellen Fall Guttenberg.

Selten blöde Plagiatsversuche
Mir sind in meiner bisherigen Tätigkeit1 folgende Plagiatvarianten aufgefallen, die ich mal auflisten möchte, weil sie einen gewissen Unterhaltungswert haben:

1. Plump bis zum Gehtnichtmehr: Ein Student hatte Wikipediatexte komplett ohne Veränderung übernommen. Also auch sämtliche Fußnoten, ohne aber den Fußnotentext zu übernehmen. Sprich: Auf Seite zwei einer vierseitigen Arbeit taucht auf einmal die Fußnote „32“ auf. Das macht natürlich die Korrektorin stutzig. Muss einem das nicht selber auffallen? Vielleicht geht man davon aus, dass die Sachen eh nie von irgendwem gelesen werden? Ich weiß es nicht.

2. Die Plagiatsoftware verarschen: Die Plagiatssoftware mit der ich gearbeitet habe funktioniert nach einem einfachen Schema: Sie durchsucht eine Datenbank nach gleichlautenden Textabschnitten, die zwischen zwei Satzzeichen stehen. Ein Student schien das System zu kennen, und baute einfach in seinen zusammengekleisterten Aufsatz viele Tippfehler ein und streute nach Zufallsprinzip – grammatisch natürlich völlig sinnlose – Kommas ein. Gleichzeitig waren die Seminarteilnehmerinnen aber angehalten, eine ausgedruckte Version abzugeben. Diese war grammatisch korrekt. Der Mensch hatte also vorsätzlich „seinen“ Text verschandelt, um die Software zu täuschen. Dumm nur dass ich gerade dadurch drauf gekommen bin.

3. Genre-Mashup: Jemand legt einen „Text“ vor, der diese Bezeichnung nicht verdient: Nur unvollständige Sätze, meist ohne Prädikat. Googlesuche ergibt sofort, dass es sich um ein Plagiat einer Powerpoint-Präsentation handelt. Die „Autorin“ hatte bei den einzelnen Stichpunkten einfach die Zeilenumbrüche weggemacht und Punkte eingefügt um seinen zusammenhängenden Prosatext zu simulieren. Das funktioniert halt nur so gar nicht.

4. Wer sagt jetzt was? Mitten im Text wandelt sich der Stil, und nicht nur ein bisschen. Auf eine grammatisch einwandfreie, stilistisch geschliffene Passage folgt eine „Meinungsäußerung“ in der das Wort „und“ nicht verwendet wird sondern nur „&“ – der Inhalt ist entsprechend „lässig“. Das könnte man ja nicht mal annehmen, wenn es komplette Eigenleistung wäre. Vor allem aber muss doch klar sein, dass die Korrektorinnen stutzig werden bei solchen augenfälligen Brüchen.
Lustig auch, wenn in einem holprig formulierten deutschen Text plötzlich Begriffe wie „3 Mk.“ „Chambre syndicale de fleurs et des plumes“, „Dessins für Atlasfond, Ripscrême“ u.v.a.m. auftauchen. Der Autor hatte Stellen aus dem über 100 Jahre alten Quelltext von Werner Sombart ohne Kennzeichnung in seine eigenen Sätze „eingebaut“. Liest sich lustig und gibt nicht den geringsten Sinn. Das ist natürlich Unfähigkeit und Unwissenheit und kein intendiertes Plagiat, mi Effekt bleibt es aber gleich.

Ich habe eine Vermutung, wieso dieses phantasielose Plagiieren so weit verbreitet ist: Bachelorstudentinnen bekommen permanent von der Hochschulleitung, von der Politik und weiß Gott vom wem noch erzählt, ihr Studium sei „praktisch“, „berufsbezogen“ oder „Praxisnah“ usw. Inwiefern soll aber die Auseinandersetzung mit Theorietexten „Praxis“ sein? Praktisch ist es aber durchaus, die zur Verfügung stehenden technischen Mittel zu verwenden um möglichst aufwandslos an den Titel zu gelangen, der zur Berufstätigkeit befähigen soll. Es sollte lieber „Bachelor of Googlesearch & Copypastry“ heißen. Es ist übrigens erstaunlich, wie viel Rückendeckung Plagiatoren in einer österreichischen Universitätsverwaltung und auch bei manchen Lehrenden erhalten. Dabei ist die Duldung von Plagiaten keineswegs „studierendenfreundlich“. Eher stößt man solche Studierende vor den Kopf, die nicht plagiieren um an einen Abschluss zu kommen.

Zu zu Guttenberg2

Unterdessen wittert der rechte, akademisch tendenziell eher unterbelichtete (Wagner!) Fanblock von offizieller CSU bis Bild-„Zeitung“ eine „politisch motivierte Kampagne“: „CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt kommentierte die Angriffe mit den Worten: ‚Deutschland hat eine geistvollere Opposition verdient als SPD und Grüne, die sich mit dem Abzählen von Fußnoten und Anführungszeichen in juristischen Dissertationen abmühen.‘“ (in der Welt.) Allerdings sind die paar fehlenden Anführungszeichen jetzt doch ein paar sehr viele geworden, wie man hier nachlesen kann.

Es ist ja sehr lustig, dass ausgerechnet die CSU-Leute sich über die Ordnungsverliebtheit von Guttenbergs Kritikerinnen mokieren. Sollte die CSU als Law-and-Order-Partei nicht besonders auf die Einhaltung von wissenschaftlichen Regeln und Urheberrechten pochen? Aber bei ihrem Star sind der CSU Gesetz und Ordnung völlig wurscht. Kritiker sind kleinkariert und politisch motiviert. Wenn das mal nicht eine politisch von rechts motivierte Verharmlosung von Urheberrechtsverletzungen ist!

Beruflich mach ich mir um Gutti aber keine Sorgen. Er ist ja jetzt quasi perfekt qualifiziert um in Bayern Wissenschaftsminister zu werden. Justizminister ginge auch noch. (Wer das jetzt für Quatsch hält, die erinnere ich an Otto Wiesheu und Wolfgang Schäuble.)

  1. Sie ist einschlägig, mehr sag ich hier nicht. Nehmt es mir bitte nicht übel, dass ich mich nicht genau über mein Blog identifizierbar sein möchte. []
  2. Gute Zusammenfassung der Vorfälle so far und das Wort „Frisurenbruder“ finden sich beim kotzenden Einhorn. Außerdem erinnert uns das Einhorn an den Fall Kristina Schröder. Da finde ich es allerdings am merkwürdigsten, dass ihre Diss so gar nicht einschlägig zu ihrem Arbeitsfeld ist. Jedenfalls ist sie weder familien- noch religionssoziologisch. []

Kommunismus – Nachtrag

Jetzt hab ich beim letzten Text vergessen das aufzuschreiben, was der ursprüngliche Anlass desselbigen war. Naja, so was kommt vor. Aber kann man ja nachtragen.

Ich bin ja jetzt nicht so wahnsinnig am „Kommunismus“ interessiert (wie man im letzten Post vielleicht ein wenig rauslesen konnte), sondern an Gesellschafts- und Kulturdiagnosen. Trotzdem ein paar Worte zur „Kommunismus-Debatte“: Diese ist ja ziemlich von semantischen Fragen durchdrungen. Dabei ist die einfache, bzw. komplizierte, aber grundlegende Frage: Was will die politische Linke? Vielleicht kann man sich drauf einigen: Was anderes als jetzt. Sprich: Veränderung der gegenwärtigen Verhältnisse. Das könnte man als Definitionsmerkmal der Linken heranziehen. Wenn sie bestehende Verhältnisse behalten würde, würde man sie schließlich als „konservativ“, und wenn sie sich bestehende Verhältnisse zusammenphantasieren würde als „liberal“ bezeichnen. Ich bevorzuge ja den Ausdruck „progressiv“ gegenüber „links“. Progressiv beinhaltet die Bewegung (Marx!) weg vom jetzt und gleichzeitig nach „vorne“ – was ja wichtig ist, denn reaktikonäre wollen auch Veränderung.1 Die Frage, ob man dieses angestrebte Andere „Kommunismus“ nennt oder anders ist dann eine semantische und eine strategische – schreckt der Begriff ab? Und wenn ja, will man Leute abschrecken? Als sesselfurzender Theorielinker wie ich will man das vielleicht wirklich. Aber wenn wirklich was passieren soll, muss eine progressive Bewegung populistisch sein. Geheimwissen nicht weiterzuverbreiten ist eine lustige Sache, aber man wird das kaum als Politik bezeichnen können. Mir ist Politik eh fremd, ich geh abends ungern aus dem Haus. Aber ich würde zu bedenken geben, dass die Verwendung solcher Begriff eine strategische Angelegenheit ist. Oder anders: Antje Schrupp hat glaub ich mal gesagt, sie verwendet das Label „Feminismus“, wenn sie glaubt, dass es irgendwelche Türen öffnet. Kann man das mit „Kommunismus“ nicht genau so halten?

  1. Die öffnung von Möglichkeitsräumen ist also nicht per se fortschrittlich, Frau Butler! []

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Kommunismus – Über das Kapitel „Feuerbach“ in Marx/Engels: „Die Deutsche Ideologie“

Vorbemerkung: Dieser Text bezieht sich auf Marx/Engels: Kapitel „Feuerbach“ in: Dies.: Die Deutsche Ideologie. Marx-Engels-Werke Bd. 2. Oder online und hier: http://www.mlwerke.de/me/me03/me03_017.htm#I_I))

Der Spruch „Die Idee ist gut, aber die Welt noch nicht bereit“ ist ein sehr verbreitetes Urteil über „den Kommunismus“ mit dem man nicht nur sagt, dass man sich da auskennt, sondern sogar so viel Ahnung hat, dass man ein letztgültiges Urteil fällen kann. Ich würde die These wagen, er resultiert entweder aus mangelnder Kenntnis der Materie oder aus einer sehr feinsinnigen, kenntnisreichen aber böswilligen Abneigung gegen Mars/Engels. Die erste Variante ist vermutlich die häufigere und die zweite hält den Gegnern Marxscher Theoriebildung immerhin eine große Kenntnis zugute. Wenn die Wärterin am Himmelstor Antikommunistin1 sein wollte, werde ich ihr diese Einleitung unters Näschen halten!

Wenn ich das erste Kapitel aus „Die deutsche Ideologie“ richtig verstanden habe, dann wäre zunächst schon mal die Behauptung, „ der Kommunismus“ sei eine Erfindung der beiden Autoren, völlig unsinnig. Genauer formuliert: Die Vorstellung es handele sich beim Kommunismus um die Idee zweier genialer (oder das Gegenteil – je nach Standpunkt) Autoren, die man nun „umsetzen“ müsste oder sollte. Das widerspricht völlig der materialistischen Geschichtsauffassung die Marx und Engels2 im genannten Werk ausbreiten. Den Grundgedanken in Kürze würde ich so zusammenfassen: Es wird die Auffassung kritisiert, „große Ideen“ würden eine Lebenspraxis hervorbringen. Also wenn man große Theoretiker/Ideologen/Kleriker so liest, als wären sie Urheber der Gesellschaft, deren Prinzipien sie beschrieben. Eine schwächere Lesart, die aber genauso falsch ist, wäre: Die großen Geistern geben allgemeine Prinzipien, Vorstellungen wieder, nach denen eine Gesellschaft gestaltet ist, ohne deren Urheber zu sein. Die Gefahr ist quasi, dass man darauf „hereinfällt“ was die „großen Geister“ so beschreiben, für die Wirklichkeit, die Praxis, das Leben zu halten.

Nicht, dass all das Geschriebene und Gedachte wertlos wäre. Gerade weil solche Texte und Ideen nicht aus dem Nichts kommen können – und auch nicht aus „genialen Geistern“, wie manche Kunsttheoretikerinnen sich das denken – kann man sie als Dokumente ihrer Zeit auffassen, aber nicht als Baupläne, sondern als Effekte der realen sozialen und ökonomischen Lebenspraxis.3 Man erkennt schon: die Formulierungen in „Die Deutsche Ideologie“ sind weit weniger ökonomistisch, als man Marx/Engels im Allgemeinen einschätzen würde. Es geht Marx und Engels nicht nur um Produktionsmodi sondern um die „Verkehrsformen“ der Menschen schlechthin. Ich würde diese Formulierung mal als „Gesellschaftsformation“ lesen, die auch und wesentlich ökonomische Verhältnisse umfasst, aber nicht nur. Man beachte die Dynamik die in der Begriffswahl steckt – ich komme darauf zurück. Dazu passt, dass Marx/Engels als Differenzierungstheoretiker auf eine Vielzahl miteinander verwobener Differenzachsen eingehen und bei weitem nicht nur den berühmten Klassenantagonismus. Relativ früh findet sich beispielsweise bereits eine polemische Formulierung zum auseinandertreten von Stadt und Land.4

Marx/Engels pointieren ihre Geschichtsauffassung bekanntlich in der berühmten Formel: „Nicht das Bewußtsein bestimmt das Leben, sondern das Leben bestimmt das Bewußtsein.“5 Wenn mich jemand fragen würde: „was ist materialistische Geschichtsauffassung?“ – ich würde antworten: „Ein Synonym für (gute) Soziologie.“

Man muss keine Marxistin oder Kommunistin sein, um die materialistische Geschichtsauffassung grundsätzlich zu akzeptieren. Man kann sogar politisch aus einer ganz anderen Ecke kommen, um der Auffassung zuzustimmen, dass die „Verkehrsformen“ einer Gesellschaft nicht aus dem guten oder schlechten Willen ihrer Mitglieder entspringen, sondern aus den materialen Verhältnissen. Wer sich so äußert wird wohl recht schnell als Esoterikerin verdächtigt. Und womit? Mit Recht.

Und was ist jetzt mit Kommunismus?

Was ist dann aber „der Kommunismus“? Kann ich auch nicht genau sagen. Aber im Sinne von Marx/Engels jedenfalls keine „Idee“, wie wir gesehen haben. Vielleicht haben sich Marx/Engels das Wort ausgedacht, kann sein, aber allein daraus resultiert ja noch keine gesellschaftliche Praxis. Der Kommunismus ist eine

„Bewegung“, die „[sich] unterscheidet […] von allen bisherigen Bewegungen dadurch, daß er die Grundlage aller bisherigen Produktions- und Verkehrsverhältnisse umwälzt und alle naturwüchsigen Voraussetzungen zum ersten Mal mit Bewußtsein als Geschöpfe der bisherigen Menschen behandelt, ihrer Naturwüchsigkeit entkleidet und der Macht der vereinigten Individuen unterwirft.“ (Ebd., S. 29)

Also quasi der Zustand denn die kritisierten „Ideologen“ immer schon unterstellt haben: die bewusste Kontrolle über vormals sich unkontrolliert vollziehende Prozesse. Als inhaltliche Aussage ist das vielen vielleicht zu dürftig, eine genaue Handlungsanweisung kann man hieraus nicht ablesen, nur: Umwälzung! Aber das ist ja nur konsequent: Denn es kann sich ja nur eine aus der Praxis entspringende Form – besser: Bewegung – handeln. Einen Weg. Gerade deshalb ist die Formulierung von Gesine Lötzsch „Wege zum Kommunismus“6 auch irgendwie unbehaglich – gemessen am Text von Marx/Engels. Denn sie unterstellt, dass „der Kommunismus“ ein Zustand wäre, denn man „erreichen“ müsste. Das widerspricht auch der Formulierung von Marx/Engels von der „Bewegung“. Ich glaube, darauf muss ich eingehen: Man darf dieses Wort, glaube ich, nicht als „soziale Bewegung“ im Sinne gar von einer Partei o.Ä. missverstehen. Es geht hier um – ich würde es so interpretieren – eine reale „Gesellschaftsform in Bewegung“. Wenn es nicht so platt klingen würde, würde ich sagen: der Weg ist das Ziel. Zum besseren Verständnis: Meine Auffassung, dass es hier um Dynamik und nicht Zustand geht, resultiert aus einer Bemerkung, welche die Autoren vorher machen, wenn sie von der „Produktion des Lebens“7 sprechen. Die materielle Produktion des Lebens und seine Reproduktion sind ein „ongoing accomplishment“ auf der materiellen Ebene.

Und deshalb tut der Spruch von der „Idee, für die die Menschheit nicht bereit“ wäre, Marxisten weh. Nicht wegen der Behauptung, dass die Menschheit nicht bereit wäre. Sondern wegen der Behauptung, es handle sich hier um eine „Idee“.


Einige stilistische Bemerkungen

Ich glaube es ist der große Fehler vieler am Marxismus interessierter, erst mal zum Hauptwerk „Das Kapital“ zu greifen. Frustration stellt sich selbst bei theoriegeübten Leserinnen recht schnell ein. Zu ökonomisch und mathematisch schon die ersten Kapitel. „Die deutsche Ideologie“ dagegen ist ein ausgesprochen soziologischer Text, der entsprechend seiner theoretischen Setzung sehr stark empirische geschichtliche Sachverhalte beschreibt und analysiert. Daher die hohe Plausibilität. Die Autoren tun etwas in ihrem Stil, was man allzu oft nicht so antrifft: Sie setzen ihre eigenen Vorgaben konsequent um, indem sie historische „Bewegungen“ nachzeichnen, anstatt Begriffsgeschichte oder Ähnliches zu betreiben. Das andere ist der hohe Unterhaltungswert. Engels war ja nicht an akademische Konventionen gebunden und konnte sich deshalb einen unakademischen Stil erlauben. Die deutsche Ideologie ist ja eine Polemik gegen die „Idealisten“ die es nicht raffen.

Und weiter?
Jetzt würde sich eine interessante theretische Fortentwicklung anschließen lassen. Nämlich die Frage nach der postmodernen Kultur und ihrer angeschlossenen „Verkehrsform“. Fredric Jameson hat das sehr beeindruckend ausgearbeitet und ich glaube er hat dabei das Grundprinzip der materialistischen Geschichtsauffassung beherzigt. Kulturwissenschaftlich interessant ist ja gerade die Parallelisierung von kulturellen Erscheinungsformen und sozioökonomischer Ordnung. Ich geh ganz bald mal drauf ein. Erinnertm ich dran.

  1. Ich verwende generisches Femininum. Ab jetzt immer. Get used to it! []
  2. Ich glaube übrigens dass das betreffende Kapitel hauptsächlich von Engels verfasst wurde. Die Anmerkungen meiner Ausgabe des Dietz Verlages weisen auf Bemerkungen hin, die Marx an den Rand geschrieben hat. Insofern halte ich Engels für den soziologischeren der beiden Autoren. Ich erklär gleich noch wieso. []
  3. Das ist m.E. die marxistische Basis für eine Kulturanalyse. Dazu später. Oder auch: ein andermal. []
  4. „Die größte Teilung der materiellen und geistigen Arbeit ist die Trennung von Stadt und Land. Der Gegensatz zwischen Stadt und Land fängt an mit dem Übergange aus der Barbarei in die Zivilisation, aus dem Stammwesen in den Staat, aus der Lokalität in die Nation, und zieht sich durch die ganze Geschichte der Zivilisation bis auf den heutigen Tag (die Anti-Corn-Law League) hindurch. – Mit der Stadt ist zugleich die Notwendigkeit der Administration, der Polizei, der Steuern usw., kurz des Gemeindewesens und damit der Politik überhaupt gegeben. Hier zeigte sich zuerst die Teilung der Bevölkerung in zwei große Klassen, die direkt auf der Teilung der Arbeit und den Produktionsinstrumenten beruht. Die Stadt ist bereits die Tatsache der Konzentration der Bevölkerung, der Produktionsinstrumente, des Kapitals, der Genüsse, der Bedürfnisse, während das Land gerade die entgegengesetzte Tatsache, die Isolierung und Vereinzelung, zur Anschauung bringt. Der Gegensatz zwischen Stadt und Land kann nur innerhalb des Privateigentums existieren. Er ist der krasseste Ausdruck der Subsumtion des Individuums unter die Teilung der Arbeit, unter eine bestimmte, ihm aufgezwungene Tätigkeit, eine Subsumtion, die den Einen zum bornierten Stadttier, den Andern zum bornierten Landtier macht und den Gegensatz der Interessen Beider täglich neu erzeugt.“ Marx/Engels, MEW 3, S. 50 []
  5. Ebd.,S. 27 []
  6. Man möge mir verzeihen, ich beziehe mich wirklich nur auf die Überschrift von Lötzschs Text, vielleicht steht im Text noch was anderes. Ich schau später nach. []
  7. „Die Produktion des Lebens, sowohl des eignen in der Arbeit wie des fremden in der Zeugung, erscheint nun schon sogleich als ein doppeltes Verhältnis – einerseits als natürliches, andrerseits als gesellschaftliches Verhältnis -, gesellschaftlich in dem Sinne, als hierunter das Zusammenwirken mehrerer Individuen, gleichviel unter welchen Bedingungen, auf welche Weise und zu welchem Zweck, verstanden wird.“ Ebd. S. 29-30 []

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Aufruf zur sozialdemokratischen Revolution

Wer wenn nicht ausgewählte Vertreter12 einer geographisch noch zu definierenden Verwaltungseinheit?
Wann wenn nicht zum nächstmöglichen Zeitpunkt, heute jedoch nicht?
Warum wenn nicht teils aus Tradition, teils aus einer Anzahl aktueller Anlässe3?

Die Revolution muss in unseren Köpfen stattfinden. Und zwar ausschließlich dort.

  1. Auf weibliche Formen wird zugunsten besserer Lesbarkeit verzichtet. Gemeint sind selbstverständlich auch Sozialdemokratinnen. []
  2. Keine Moslems. Bitte Gentest mitbringen. []
  3. Vgl. Anhang []